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Zitiertechniken

Achtung

Hinweis!
Es gibt nicht nur die eine, korrekte Zitierrichtlinie. Vielmehr entwickeln verschiedene wissenschaftliche Fachrichtungen ihre eigenen Vorstellung darüber, wie richtig zitiert wird und wie diese Zitate zu kennzeichnen sind. Idealerweise orientiert man sich an der Zitierweise, die in der eigenen Fachrichtung am weitesten verbreitet ist.

Das richtige Zitieren stellt mitunter eine schwierige Aufgabe dar. Immer wieder stellt sich die Frage, was zitierbedürftig ist. Zitiert werden müssen alle Aussagen, Zahlenangaben, Daten usw., die einer bestimmten Person (Statistik usw.) zugeordnet werden können. Dass heute der 22.08.2014 ist, braucht nicht zitiert zu werden, da diese Tatsache allgemein gültig ist.

Plagiate vermeiden

Jedes Zitat muss vom Leser/Prüfer jederzeit nachprüfbar sein. Direkt oder indirekt übernommene Gedanken und Inhalte sind als solche kenntlich zu machen. Werden Inhalte von anderen Quellen ohne Kennzeichnung übernommen spricht man von einem Plagiat. Die Folgen solcher Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten können auch noch Jahre nach der Abgabe negative Auswirkungen auf die berufliche Karriere haben.

Achtung

Tipp:
Wer sich unsicher ist, ob eine Information mit einer Quellenangabe versehen werden soll oder nicht, sollte lieber „zu viel“ als indirektes oder direktes Zitat kennzeichnen.

Indirekte Zitate

Indirekte Zitate geben den Inhalt sinngemäß in eigenen Worten wieder. Ein indrektes Zitat ist auch gegeben, wenn man den genauen Wortlaut der Quelle modifiziert oder umstellt. In jedem Fall ist derartiges Gedankengut aus anderen Quellen als solches kenntlich zu machen. Die Verwendung von indirekten Zitaten zeugt aber auch davon, dass man sich mit der Quelle auseinander gesetzt hat und versteht, sie in die eigene Argumentationskette zu integrieren.

vgl.

Die Kennzeichnung indirekter Zitate beginnt immer mit der Abkürzung vgl. (vergleiche), da es sich „nur“ um eine sinngemäße Wiedergabe des Inhaltes handelt, z. B. (vgl. Steinke 1996, S. 73).

Direkte Zitate

Wenn ein Satz oder Wort wortwörtlich (d. h. wie es auch im Originaltext steht) übernommen wird, handelt es sich um ein direktes Zitat und wird in Anführungszeichen („“) gesetzt. Diese Verwendung erfolgt nur, wenn der genaue Wortlaut oder der Begriff besonders wichtig ist. Grundsätzlich sollte man mit direkten Zitaten eher sparsam umgehen. Diese Zitate müssen vollständig und originalgetreu übernommen werden, auch wenn das Original fehlerhaft ist, in einer Fremdsprache verfasst wurde oder der grammatikalische Zusammenhang nicht mit dem eigenen Text übereinstimmt. Derartige Fehler werden im Zitat mit [sic] gekennzeichnet.

Enthält das wörtliche Zitat seinerseits wörtliche Zitate Dritter, so steht dieses in halben Anführungszeichen (‚ ‘).

Längere direkte Zitate

Längere direkte Zitate werden meist auch typographisch hervorgehoben. Die Schriftgröße wird verkleinert, der Zeilenabstand ist einfach und der Absatz wird links und rechts etwas eingezogen. Hier ein Beispiel:

„Wikipedia eingeschränkt zitieren: In wissenschaftlichen Arbeiten sollte auf das Zitieren von Wikipedia-Artikeln verzichtet werden, da keine Garantie für den Inhalt gegeben werden kann. Kann auf ein Zitat aus der Wikipedia nicht verzichtet werden, ist es vor allem im Hochschulbetrieb ratsam, dies noch vor Fertigstellung der Arbeit abzusprechen, bspw. mit der betreuenden Dozentin.“ (Quelle: http://de.wikipedia.org, letzter Abruf Oktober 2009)

Neue und alte Rechtschreibung in Zitaten

Bei wortwörtlichen Zitaten muss die Rechtsschreibung unverändert übernommen werden, auch wenn mittlerweile in Deutschland die neue Rechtschreibung gilt. Eine Anpassung der Zitate an die gültigen Rechtschreibregeln erfolgt nicht. Wurde die Quelle in einer Zeit verfasst, in der noch die alte Rechtschreibung (oder eine Übergangsregelung) gültig war, so werden Worte, die nach heutiger Schreibung falsch sind, nicht markiert. Als Fehler (mit [sic]) wird nur markiert, was schon damals falsch war. Man muss also auch heute noch immer beide Schreibweisen kennen und wissen, was wann gültig war.

Auslassungen

Auslassung von einem Wort werden mit runden Klammern und zwei Punkten (..) gekennzeichnet. Auslassungen mehrerer Wörter werden mit runden Klammern und drei Punkten (…) gekennzeichnet. Wird ein Teil des Zitates an einer anderen Stelle eingefügt, so steht dieses in runden Klammern. Fügt der Autor etwas in das Zitat ein, so schreibt man es in [eckige Klammern].

Die Auslassung darf in keinem Fall den Sinn des Zitats verfälschen oder ins Gegenteil verkehren.

Beispiele für wörtliches Zitat (1.), Zitat mit Auslassung (2.) und Einfügung (3.):

  1. „Die Anziehung der Zumutbarkeitsschraube ist arbeitsmarktpolitisch völlig überflüssig.” (Steinke, 1996, S. 73)
  2. Hier findet eine Verschärfung statt, wobei „die Anziehung der Zumutbarkeitsschraube ... arbeitsmarktpolitisch völlig überflüssig (ist).” (Steinke, 1996, S. 73)
  3. „Die Anziehung der Zumutbarkeitsschraube ist arbeitsmarktpolitisch [und sozialpolitisch] völlig überflüssig.” (Steinke, 1996, S. 73)

Kennzeichnung von Zitaten

Sowohl direkte als auch indirekte Zitate müssen gekennzeichnet werden. Dies erfolgt entweder mit Hilfe von Fußnoten oder dem Kurzbeleg im Text selber. Die Kennzeichnung im laufendem Text kann den Lesefluss unterbrechen, aber auch die Fußnoten lenken den Blick vom Text ab, da man doch interessiert ist, was unten im Fußnotentext noch steht.

Achtung!

Jeder Prüfer hat hier so seine eigenen Vorstellungen – bitte im Einzelfall absprechen. Auf alle Fälle sollte die Kennzeichnung in der ganzen Arbeit einheitlich sein.

Bei direkten Zitaten steht die Fußnote nach dem schließenden Anführungszeichen am Ende des Zitats, bei indirekten Zitaten am Satz- bzw. Absatzende, d. h. dort, wo die sinngemäße Wiedergabe endet. Zahlen werden wie direkte Zitate behandelt, stehen aber nicht in Anführungszeichen (die Fußnote folgt direkt auf die Zahl).

Die Fußnoten werden entweder vollständig durchnummeriert oder je nach Wunsch auf jeder neuen Seite, jedem neuen Kapitel oder jedem Abschnitt neu begonnen (keine Angst, Word macht das automatisch). Bitte mit dem Prüfer absprechen! Im Fußnotentext steht die Angabe der Quelle, aus der das verwendete Zitat stammt. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: den Kurzbeleg und den Vollbeleg.

Kurzbeleg

Kurzbeleg in der Fußnote

Der Kurzbeleg in der Fußnote enthält lediglich folgende Angaben: Autor (Nachname), Erscheinungsjahr und Seitenangabe, z. B. Steinke, 1996, S. 73.

Der Kurzbeleg ist in umfangreichen Arbeiten vorzuziehen, da einzelne Autoren eventuell öfter zitiert werden und eine vollständige Quellenangabe ständig zu Wiederholungen führen würde. Die vollständige Quellenangabe steht sowieso im Literaturverzeichnis.

Kurzbeleg im Text

Eine andere Variante ist der Kurzbeleg im laufenden Text, die „Harvard“-Zitierweise. Hier wird der Kurzbeleg an entsprechender Stelle und in (Klammern) im Text eingefügt.

Achtung

Tipp:
Weitere Informationen zur „Harvard“-Zitierweise unter Harvard referencing guide (PDF, Englisch, letzter Zugriff Oktober 2009).

Vollbeleg

Der Vollbeleg im Fußnotentext enthält alle Quellenangaben, so dass man sich ein Nachschauen im Literaturverzeichnis sparen könnte. Aus Platz- und Zeitgründen ist von dieser Methode eher abzuraten.

a. a. O.

Sie hat bei kürzeren Arbeiten ihren Sinn, wenn auf ein Literaturverzeichnis verzichtet werden kann. Um nicht die ganze Quellenangabe zu wiederholen, bietet sich die Abkürzung a. a. O. (am angegeben Ort) an. Ab der zweiten und jeder weiteren Angabe desselben Textes vom selben Autor schreibt man nicht mehr die ganze Quellenangabe, sondern verwendet a. a. O.

vgl.

Die Kennzeichnung indirekter Zitate im Vollbeldg beginnt immer mit der Abkürzung vgl. (vergleiche), da es sich „nur“ um eine sinngemäße Wiedergabe des Inhaltes handelt.

ebd.

Folgen zwei (oder mehrere) exakt gleiche Quellenangaben in den Fußnoten unmittelbar aufeinander, so findet die Abkürzung ebd. (ebenda) Verwendung. Es muss sich dabei um dasselbe Werk desselben Autors handeln, verschiedene Seitenzahlen müssen angegeben werden.

Beleg-Beispiele

Beispiele für (1) Kurzbeleg, (2) Vollbeleg im Fußnotentext, (3) Kurzbeleg mit vgl. und (4) Kurzbeleg mit ebd.

 
______________________
1 Steinke 1996, S. 73
2 Rifkin, J.: Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft. Frankfurt/Main 1996, S. 112
3 Rifkin, J.: a. a. O., S. 113
4 vgl. Steinke 1996, S. 70ff
5 vgl. BT-Drucksache 13/4941, S. 30
6 vgl. ebd., S. 31
 

Im Fußnotentext können aber auch zusätzliche Angaben stehen, die im Text selbst zu detailliert sind oder störend wirken würden.

Vorwort zitieren

Möchte man aus einem Vorwort zitieren, das nicht vom Autor selber geschrieben wurde, bietet sich folgende Vorgehensweise für die Kennzeichnung an. Nehmen wir an, Frau Drewer hat das Vorwort zu Meiers Buch geschrieben:

„…“ (Drewer, Vorwort zu/in Meier 1999:XI)

Im Literaturverzeichnis steht dann unter „M“ das Buch von Meier.

Internetquellen zitieren

Mit größter Vorsicht sollte das Internet als Quelle von Zitaten in wissenschaftlichen Arbeiten angesehen werden. Aufgrund der Schnelllebigkeit des Internets kann es mitunter schwierig werden, das Zitat zu einem späteren Zeitpunkt zu überprüfen.

Wie Internetquellen im Literaturverzeichnis gekennzeichnet werden, ist auf der Seite Literaturverzeichnis beschrieben.

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