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Schriftsatz

In dieser Rubrik Schriftsatz werden einige zentrale Regeln für den deutschen Schriftsatz vorgestellt. Diese Regeln sind nicht willkürlich, sondern – so ist es nun mal – folgen DIN-Normen oder stehen im Kapitel „Rechtschreibung und Zeichensetzung“ im Duden (Band 1 – Rechtschreibung). Es hat deshalb auch nichts mit übertriebener Genauigkeit zu tun, nein, es gehört einfach zum guten Ton, das Geschriebene auch formal richtig zu schreiben.


absatzmarke

Bitte unbedingt mit eingeschalteten Formatierungs- und Steuerzeichen arbeiten! Ansonsten kann man Leerzeichen, Tabulatoren, geschützte Leerzeichen usw. nicht von einander unterscheiden [weitere Informationen]

Satzzeichen

Satzzeichen (Punkt, Komma, Fragezeichen, Aufrufezeichen usw.) werden im deutschen Schriftsatz immer direkt an den letzten Buchstaben des vorausgehenden Wortes geschrieben. Danach folgt immer ein normales Leerzeichen. Dies gilt auch für den Punkt nach Abkürzungen (siehe S. 556).

Punkt

Hinter frei stehenden Zeilen, z. B. Überschriften, Adress- und Grußzeilen steht kein Punkt. Der Punkt steht hinter Zahlen, wenn es sich um Ordnungszahlen handelt: der 2. Januar war dieses Jahr ein Freitag. Wird ein Satz mit einer Akürzung, die mit einem Punkt endet, oder einer Ordnungszahl beendet, dann steht nur ein Punkt.

Schrägstrich

Größen- oder Zahlenverhältnissen im Sinne von je oder pro oder Zusammenfassungen werden mit Schrägstrich (slash) und ohne Leerzeichen getrennt.

Anführungszeichen

Im Deutschen werden wörtliche Rede, Zitate und Hervorhebungen in „deutsche“ Anführungszeichen gesetzt. Das öffnende Anführungszeichen steht direkt vor dem nächsten Buchstaben, das schließende Anführungszeichen direkt nach dem letzten Buchstaben.

Beim Aufeinandertreffen von Anführungszeichen und anderen Satzzeichen kann es verschiedene Kombinationen geben, hier ein paar Beispiele:

Eine Anführung innerhalb einer Anführung wird durch halbe Anführungszeichen gekennzeichnet: „Die Sendung heißt ‚Aktenzeichen XY ungelöst‘“ lautet die korrekte Antwort.

In gedruckten Werken sind auch im Deutschen die französischen Anführungszeichen (mit der Spitze nach innen) gebräuchlich: »Hast du den Artikel ›EU-Erweiterung‹ gelesen?«

Achtung

Link-Tipp:
Die verschiedenen Anführungszeichen (quotation mark) in vielen Sprachen sind im Wikipedia-Artikel übersichtlich aufgeführt: http://de.wikipedia.org (Anführungszeichen)

Leerzeichen

Zwischen zwei Wörtern und nach Satzendezeichen steht ein normales Leerzeichen. Mehrfache Leerzeichen gibt es im Deutschen nicht, leider werden sie in Word sehr oft zum gestalten des Texts verwendet.

Achtung

Hinweis:
Um sicher zu gehen, sollte man in regelmäßigen Abständen mit der Suchen und Ersetzen Funktion alle doppelten und mehrfachen Leerzeichen in seinem Word-Dokument eliminieren. Dazu sucht man nach „zwei Leerzeichen“ und ersetzt diese Zeichenfolge durch „ein Leerzeichen“. Diesen Schritt sollte man mehrfach wiederholen um wirklich alle mehrfach vorkommenden Leerzeichen zu eliminieren.

Es gibt eine ganze Reihe von verschiedenen Leerzeichen mit unterschiedlichen Breiten und unterschiedlichem Umbruchverhalten. Allerdings werden nicht alle dieser Sonder-Leerzeichen korrekt in allen Schriftarten unterstützt. Eine gute Übersicht bietet der entsprechende Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Leerzeichen

Geschütztes
Leerzeichen

Ein umbruchgeschütztes Leerzeichen kommt immer dann zum Einsatz, wenn zwischen zwei Worten, Zahlen oder Einheiten zwar ein Leerzeichen stehen muss, die beiden Bestandteile aber nicht durch einen Zeilenwechsel getrennt werden dürfen.

Das geschützte Leerzeichen ist in den folgenden Beispielen rot hervorgehoben:

Anstelle der normalen Leerzeichen und Trennstriche verwendet man in diesen Fällen das geschützte Leerzeichen durch gleichzeitiges Drücken der Tasten Strg+Umschalten+Leertaste. Sind die nichtdruckbaren Zeichen aktiviert (¶), erscheint ein ° als Hinweis für das geschützte Leerzeichen.

Schmales
Leerzeichen

In Word kann über Einfügen> Symbole > Sonderzeichen bzw. Einfügen > Symbole > Symbol > Weitere Symbole > Sonderzeichen ein schmales Leerzeichen, 1/4-Em-Abstand genannt, eingefügt werden. Dieses Leerzeichen ist nicht umbruchgeschützt.

Geschützter Trennstrich

Über Einfügen> Symbole > Sonderzeichen bzw. Einfügen > Symbole > Symbol > Weitere Symbole > Sonderzeichen bzw. Strg+Umschalten+- kann ein geschützter Trennstrich eingefügt werden. An dieser Stelle wird dann keine Zeilentrennung durchgeführt. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der Trennstich am Anfang einer neuen Zeile stehen muss:

Worddokumente und
-vorlagen lassen sich an
einer unterschiedlichen Datei-
endung erkennen.

Bedingter Trennstrich

Mit einem bedingten Trennstrich Einfügen> Symbole > Sonderzeichen bzw. Einfügen > Symbole > Symbol > Weitere Symbole > Sonderzeichen bzw. Strg+- kann man manuell die Stelle im Wort festlegen, an der eine Silbentrennung erfolgen soll. Der Trennstrich wird nur dann gedruckt, wenn an der entsprechenden Stelle ein Zeilenumbruch stattfindet.

Wenn die Steuerzeichen eingeschaltet sind, werden die bedingten Trennstriche als ¬ dargestellt:

Word¬dokumente und
-vorlagen lassen sich an
einer unter¬schiedlichen Datei-
endung erkennen.¶

Trenn- und Gedankenstrich

Trenn- und Gedankenstriche sehen fast gleich aus. Aber eben nur fast. Sie werden auch nicht synonym verwendet und meist entwickelt Word in dieser Beziehung auch noch ein nicht ganz fehlerfreies Eigenleben. Der Trennstrich (auch: Bindestrich) ist kurz und trennt Silben bei der automatischen Silbentrennung.

Der Trenn- bzw. Bindestrich wird auch bei zusammengeschriebenen Begriffen (SOS-Notruf oder Diplom-Reader) verwendet.

Der Trennstrich berührt mindestens immer einen vorausgehenden oder nachfolgenden Buchstaben. Auf der Tastatur wird der Trennstrich einfach über die dafür vorgesehene Taste (Minuszeichen) eingegeben.

Ergänzungsstrich

Eine besondere Form des Trennstrichs ist der Ergänzungsstrich. Der Ergänzungsstrich wird bei der Auslassung von Worteilen verwendet (Trenn- und Gedankenstrich für Trennstrich und Gedankenstrich oder Textilgroß- und -einzelhandel).

Gedankenstrich

Der Gedankenstrich – auch Halbgeviertstrich (–) genannt – ist länger als der Trennstrich und wird bis auf eine einzige Ausnahme (gegen/bis) immer von zwei echten Leerzeichen umschlossen, er berührt also niemals einen Buchstaben. Will man sich nicht auf die Automatik von Word verlassen, dann kann man den Gedankenstrich entweder über Einfügen> Symbole > Sonderzeichen > Halbgeviertstrich bzw. Einfügen > Symbole > Symbol > Weitere Symbole > Sonderzeichen > Halbgeviertstrich oder über die Tastenkombination Strg+- (Minus auf dem Ziffernblock) oder Alt+0 1 5 0 (auf dem Ziffernblock) eingeben.

Über Extras > AutoKorrektur-Optionen > AutoFormat während der Eingabe > Bindestriche (--) durch Geviertstrich (–) bzw. Datei > Optionen > Dokumentprüfung > AutoKorrektur-Optionen > AutoFormat während der Eingabe > Bindestriche (--) durch Geviertstrich (–) kann man diese Automatik von Word ein- bzw. auschalten.

Der noch längere Geviertstrich (—) taucht im deutschen Schriftsatz nicht auf, er ist eine—aussterbende—angloamerikanische Spezialität und wird nicht von Leerzeichen umschlossen.

Achtung

Link-Tipp:
Die verschiedenen Stiche (Dashes) sind im englischen Wikipedia-Artikel übersichtlich aufgeführt: http://en.wikipedia.org/wiki/Dash

Zahlen

Alle Zahlen bis zwölf werden im Fließtext grundsätzlich ausgeschrieben, es sei denn, es handelt sich um einen Fachbegriff (z. B. Queen Elisabeth 2 als feststehender Begriff). Angaben, die einen Wertebereich beschreiben, werden im Fließtext mit dem Wort „bis“ getrennt. Also „50 bis 60 % der Nutzer“ und nicht „50–60 % der Nutzer“. Bei Angaben in Klammern, Fußnoten oder Tabellen kann jedoch der Gedankenstrich verwendet werden.

gegen/bis

Als Zeichen für die Ausdrücke gegen oder bis kommt der Gedankenstrich (Halbgeviertstrich) zum Einsatz. Möchte man – beispielsweise in der Sportberichterstattung – ein Ergebnis beschreiben, dann kommt der Gedankenstrich mit umschließenden Leerzeichen zum Einsatz: Bayern München – VfB Stuttgart 2:2.

Für den Ausdruck bis, beispielsweise bei Zeit- oder Preisspannen, kommt der Gedankenstrich ohne Leerzeichen davor und dahinter zum Einsatz: Sprechzeiten 11–17 Uhr, Zuzahlung 250–350 €.

Der bis-Strich darf nicht mit anderen Strichen zusammenfallen:
nicht: drei-–viermal in der Woche
sondern: drei- bis viermal in der Woche

Zahlen und Einheit

Zwischen einer Zahl und der nachfolgenden Einheit steht grundsätzlich ein umbruchgeschütztes Leerzeichen: 30  €, 150 g, 112 g/cm³ oder 300 mm. Bei Winkelgradangaben steht das Winkelmaß jedoch direkt bei der Zahl: 20° nordöstliche Richtung, aber 35 °C im Schatten.

Abkürzungen

Bei Abkürzungen gibt es verschiedenste Konstellationen. Neben der Groß- und Kleinschreibung (GmbH, UNESCO, LadschlG) ist es auch wichtig, wann ein Punkt innerhalb oder am Ende einer Abkürzung gesetzt wird (z. B. oder d. h. oder bzw.).

Wird eine Abkürzung durch einen Punkt getrennt, d. h. die Abkürzung ist aus mehreren Worten (z. B. = 1. zum und 2. Beispiel) zusammengesetzt, dann steht – laut Duden – dazwischen ein schmales, umbruchgeschütztes Leerzeichen. In Word findet man dieses schmale, aber nicht umbruchgeschützte Leerzeichen unter Einfügen > Symbol > Sonderzeichen > ¼-Em-Abstand bzw. Einfügen > Symbole > Symbol > Weitere Symbole > Sonderzeichen > ¼-Em-Abstand.

nicht:

sondern:

… ein Haus, z.
B. in den Bergen …
Der Gipfel liegt 8848 m ü.
d. M.

… ein Haus, z. B.
in den Bergen …
Der Gipfel liegt 8848 m
ü. d. M.

Weitere Hinweise zum Umgang mit Abkürzungen:

Paragraph-Zeichen

Das Paragraphzeichen (§ 1) steht nur in Verbindung mit einer Zahl und wird durch ein geschütztes (schmales) Leerzeichen von der Zahl getrennt. Für den Plural wird ein doppeltes Paragraphzeichen verwendet: §§ 1 bis 33 BGB. Ohne Zahlenangabe wird das Word Paragraph immer ausgeschrieben: „Lesen Sie die neuen Paragraphen aufmerksam durch.“

Prozent- und Promille-Zeichen

Zwischen der Zahl und einem anschließenden Prozent- und Promillezeichen steht ein geschütztes (schmales) Leerzeichen: 25 % oder 0,25 % bzw. 0,8 ‰.

Bei einer Ableitung entfällt dieser Zwischenraum: 5%ige Gewinnsteigerung

Sonderzeichen (Alt-Codierung)

Neben den auf der Tastatur sichtbaren Buchstaben enthält jede Schrift noch weitere Sonderzeichen.

Wenn man die Codierung kennt, kann man viel Sonderzeichen über eine drei- oder vierstellige Ziffernkombination eingeben – nicht nur in Word!

Dazu muss man die Alt-Taste gedrückt halten und auf dem Ziffernblock der Tastatur den Code eingeben.

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