Formale Ordnung
Diplomarbeiten sind wissenschaftliche Arbeiten, die gewisse formale Anforderungen, z. B. den Aufbau des Gesamtdokuments oder einer einzelnen Seite, erfüllen müssen.
Anzahl der Exemplare
Im Prüfungsamt erfragen, wie viele Exemplare abgegeben werden müssen.
Formaler Aufbau
|
Beispiel 10 Formale Ordnung |
|
|
|
Vor dem Deckblatt und nach der Erklärung befinden sich außerdem je ein leeres weißes Blatt, das sogenannte Vor- und Schlussblatt! Vorwort, Anhang oder Abkürzungsverzeichnis sind nicht zwingend notwendig; das Literaturverzeichnis steht immer an letzter Stelle (vor der Erklärung).
Alle im folgenden dargestellten formale Einheiten einer Diplomarbeit beginnen auf einer neuen Seite, Ausnahme: Abbildungs- und Tabellenverzeichnis passen auf eine Seite.
Alternativ kann beispielsweise auch folgender Aufbau sinnvoll sein. Einige Hochschulen geben mittlerweile detailierte Richtlinien für den formalen Aufbau aus (z. B. Berufsakademie Stuttgart, Studienbereich Wirtschaft):
| Deckblatt | |
| Sperrvermerk | (nach Bedarf) |
| Inhaltsverzeichnis | |
| Abkürzungsverzeichnis | (nach Bedarf) |
| Abbildungsverzeichnis | (nach Bedarf) |
| Tabellenverzeichnis | (nach Bedarf) |
| Textteil der Arbeit | |
| Anhang mit Anlagenverzeichnis | (nach Bedarf) |
| Quellenverzeichnis (incl. Literaturverz.) | |
| Eidesstattliche Erklärung |
Deckblatt, Sperrvermerk und Inhaltsverzeichnis
Das Deckblatt muss spezifische Informationen beinhalten, in den Diplomarbeitsvorlagen sind diese beispielhaft dargestellt.
Der Sperrvermerk wird meist dann verwendet, wenn die Diplomarbeit in einem Unternehmen geschrieben wurde und die Weitergabe an Dritte untersagt ist. Viele Studenten verpflichten sich vertraglich dazu, die Inhalte und die Arbeit selber nicht (oder erst nach einer Sperrfrist) für eigene Zwecke zu verwenden. Ein Sperrvermerk könnte folgendermaßen lauten:
|
Der Inhalt der Arbeit darf Dritten ohne Genehmigung der Ausbildungsstätte/des Untenehmens XY nicht zugänglich gemacht werden. |
Das Inhaltsverzeichnis
bildet die inhaltliche Gliederung der Arbeit ab und listet alle im Textteil
verwendeten Überschriften mit der jeweils zugehörigen Seitenzahl auf.
Die Schreibweise der Überschriften muss exakt der der Überschriften
im Textteil entsprechen. Überschriften sollten nicht aus kompletten Sätzen
bestehen, Verben sind deshalb zu vermeiden. Die Überschrift sollte kurz
und treffend sein und auf einer logischen Ebene alle Unter-Überschriften
mit abdecken. Nach der Überschrift steht kein Satzendezeichen (Ausnahme:
Fragezeichen "?")
>> siehe auch Inhaltsverzeichnis
automatisch mit Word generieren
Abkürzungs-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Diese Verzeichnisse sind optional, wer keine Tabellen in seiner Arbeit hat, braucht auch kein Tabellenverzeichnis. Geläuftige Abkürzungen, d. h. solche die der Duden auflistet (z. B.; usw.; d. h.) und Abkürzungen, die bei Quellenangaben verwendet werden (S.; o. J.; ff) stehen nicht im Abkürzungsverzeichnis. Spezifische Abkürzungen aus dem behandelten Themengebiet sollten im Abkürzungsverzeichnis in alphabetischer Reihenfolge erscheinen und müssen kurz definiert werden, meist in der ausgeschriebenen Form. Werden im Textteil nur sehr wenige Abkürzungen verwendet, dann kann man sich das Abkürzungsverzeichnis auch sparen und die Begriffe auch im Text erklären. Nach der ersten Erwähnung der Abk. (Abkürzung) folgt die ausgeschriebene Form in Klammern direkt dahinter. Abkürzungen aus Bequemlichkeit sollten vermieden werden, da sie oft nur vom Autor interpretiert werden können.
Separate Verzeichnisse für Abbildungen und Tabellen kommen dann zum Einsatz, wenn der Textteil über eine Vielzahl von Abbildungen und Tabellen verfügt. Analog zum Inhaltsverzeichnis muss die exakte Abbildungs- oder Tabellenunterschrift aus dem Textteil übernommen werden, die Seitenzahl darf natürlich auch nicht fehlen. Die Abbildungs- oder Tabellenunterschrift sollte mit arabischen Zahlen durchnummeriert werden. Ähnlich wie beim Inhaltsverzeichnis bietet Word hierzu auch eine ganz gute Unterstützung an.
Textteil der Arbeit
Die Richtlinien der BA Stuttgart fassen die Anforderungen an den Textteil sehr gut zusammen:
"In der Einleitung
sind die Problemstellung und die daraus resultierende Zielsetzung der Arbeit
exakt zu formulieren und die Vorgehensweise zu begründen. Notwendige Abgrenzungen
sind hier vorzunehmen. Anstelle der Überschrift „Einleitung“ können auch materiell/inhaltlich
formulierte Überschriften verwendet werden.
Die Themenrelevanz
der Ausführungen im Hauptteil sind primär daran zu messen, inwieweit
sie einen Beitrag im Sinne der Zielsetzung leisten und der Vorgehensweise entsprechen.
Der Hauptteil der Arbeit ist in ausgewogener Weise zu untergliedern. Die Literatur
ist kritisch zu verarbeiten. Verwendete Quellen sind kenntlich zu machen. Eigene
Aussagen und Ergebnisse sind zu begründen.
Im Schlusswort
(Schlussbetrachtung, Zusammenfassung) sind die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit
zusammenzufassen; gegebenenfalls ist auf noch ungelöste Probleme hinzuweisen.
Auch kann ein Ausblick auf die mögliche zukünftige Entwicklung gegeben werden."
(BA
Stuttgart, Stand 16.03.2004)
Anhang mit Anlagenverzeichnis
Der Anhang, so meine Beobachtung, scheint für Studenten ein immer wichtiger werdender Teil der Arbeit zu werden. Man solte aber darauf achten, dass der Anhang in einem ausgewogenen Verhältnis zum eigenen Text steht. 50 Seiten eigener Text und 150 Seiten Anhang erscheinen nicht glaubwürdig und wissenschaftlich. Dennoch gibt es Materialien, die zwar zur Arbeit gehören, aber nicht für das unmittelbare Textverständnis wichtig sind, wenn man den Textteil der Arbeit liest. In den Anhang gehören beispielsweise: spezielle Statistiken, Fragebögen, ausführliche Auswertungen, Messprotokolle, ganzseitige Abbildungen usw.
Vor den verschiedenen Anhängen sollte ein Anlagenverzeichnis einen Überblick über den Anhang verschaffen. Die Gestaltung und die Umsetzung in Word orientiert sich dabei an das Inhaltsverzeichnis. Die Anhänge sind jeweils mit einer Anhangsnummer (A-1, A-2, A-3, ..) und einer entsprechenden Unter- oder Überschrift zu versehen.
Quellenverzeichnis (incl. Literaturverzeichnis)
Im Quellenverzeichnis werden alle im Textteil verwendeten, d. h. direkt oder indirekt zitierten Quellen in alphabetischer Reihenfolge der Verfasser dargestellt. Das Literaturverzeichnis bildet ein mögliches wenngleich das klassische Unter-Verzeichnis im Quellenverzeichnis. Oft steht es auch alleine. Weitere mögliche Unterverzeichnisse sind:
Auf die genauen Darstellungsweisen im Quellenverzeichnis gehe ich im Kapitel Literaturverzeichnis näher ein.
Eidesstattliche Erklärung
Die eidesstattliche Erklärung am Ende der Arbeit (teilweise ohne Seitenzahl) muss folgenden Wortlaut beinhalten:
|
Ich versichere, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig angefertigt und mich fremder Hilfe nicht bedient habe. Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß veröffentlichtem oder unveröffentlichtem Schrifttum entnommen sind, habe ich als solche kenntlich gemacht. Ort/Datum und Unterschrift (handschriftlich!!) |