Die Diplomarbeit | Zitieren

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Zitate

Das richtige Zitieren stellt mitunter eine schwierige Aufgabe dar. Immer wieder stellt sich die Frage, was zitierbedürftig ist. Zitiert werden müssen alle Aussagen, Zahlenangaben, Daten usw., die einer bestimmten Person (Statistik usw.) zugeordnet werden können. Allgemeingültige Tatsachen brauchen nicht zitiert zu werden. Jedes Zitat muss vom Leser/Prüfer nachprüfbar sein. Direkt oder indirekt übernommene Gedanken und Inhalte sind als solche kenntlich zu machen. Indirekte Zitate geben den Inhalt sinngemäß wieder.

Wenn ein Satz oder Wort wortwörtlich (d. h. wie es auch im Originaltext steht) übernommen wird, handelt es sich um ein direktes Zitat und wird in Anführungszeichen (" ") gesetzt. Diese Verwendung erfolgt nur, wenn der genaue Wortlaut oder der Begriff besonders wichtig ist. Grundsätzlich sollte man mit direkten Zitaten eher sparsam umgehen. Diese Zitate müssen vollständig und originalgetreu übernommen werden, auch wenn das Original fehlerhaft ist, in einer Fremdsprache verfasst wurde oder der grammatikalische Zusammenhang nicht mit dem eigenen Text übereinstimmt.

Auslassungen von einem Wort oder mehreren Wörtern wird mit zwei bzw. drei Punkten (...) kenntlich gemacht. Wird ein Teil des Zitates an einer anderen Stelle eingefügt, so steht dieses in runden Klammern. Fügt der Autor etwas in das Zitat ein, so schreibt man es in eckige Klammern [STRG]+[Alt]+[8/9].

Beispiel 4 Wörtliches Zitat (1) mit Auslassung (2) und Einfügung (3)
  1. "Die Anziehung der Zumutbarkeitsschraube ist arbeitsmarktpolitisch völlig überflüssig." 1
  2. Hier findet eine Verschärfung statt, wobei "die Anziehung der Zumutbarkeitsschraube .. arbeitsmarktpolitisch völlig überflüssig (ist)." 2
  3. "Die Anziehung der Zumutbarkeitsschraube ist arbeitsmarktpolitisch [und sozialpolitisch] völlig überflüssig. 3

Enthält das wörtliche Zitat seinerseits wörtliche Zitate Dritter, so steht dieses in halben Anführungszeichen (‚').

Kennzeichnung

Sowohl direkte als auch indirekte Zitate müssen gekennzeichnet werden. Dies erfolgt entweder mit Hilfe von Fußnoten oder dem Kurzbeleg im Text selber. Die Kennzeichnung im laufendem Text kann den Lesefluss unterbrechen, aber auch die Fußnoten lenken den Blick vom Text ab, da man doch interessiert ist, was unten im Fußnotentext noch steht.

Jeder Prüfer hat hier so seine eigenen Vorstellungen - Bitte im Einzelfall absprechen. Auf alle Fälle sollte die Kennzeichnung in der ganzen Arbeit einheitlich sein. Wie Fußnoten eingefügt werden, steht in Kapitel Fußnote.

Bei direkten Zitaten steht die Fußnote direkt nach dem schließenden Anführungszeichen am Ende des Zitats; bei indirekten Zitaten am Satz- bzw. Absatzende, d. h. dort wo die sinngemäße Wiedergabe endet. Zahlen werden wie direkte Zitate behandelt, stehen aber nicht in Anführungszeichen (die Fußnote folgt direkt auf die Zahl).

Die Fußnoten werden entweder vollständig durchnummeriert (keine Angst, Word 2000 macht das automatisch) oder je nach Wunsch auf jeder neuen Seite, jedem neuen Kapitel oder jedem Abschnitt neu begonnen. Bitte mit dem Prüfer absprechen! Im Fußnotentext steht die Angabe der Quelle, aus der das verwendete Zitat stammt. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: (1) der Kurzbeleg und (2) der Vollbeleg.

Der Kurzbeleg enthält lediglich folgende Angaben: Autor (Nachname), Erscheinungsjahr und Seitenangabe. Der Kurzbeleg ist in umfangreichen Arbeiten vorzuziehen, da einzelne Autoren eventuell öfter zitiert werden und eine vollständige Quellenangabe ständig zu Wiederholungen führen würde. Die vollständig Quellenangabe steht sowieso im Literaturverzeichnis. Eine andere Variante ist der Kurzbeleg im laufenden Text, die 'amerikanische Zitierweise'. Hier wird der Kurzbeleg an entsprechender Stelle und in (Klammern) im Text eingefügt.

Der Vollbeleg enthält alle Quellenangaben, so dass man sich ein Nachschauen im Literaturverzeichnis sparen könnte. Aus Platz- und Zeitgründen ist von dieser Methode eher abzuraten. Sie hat bei kürzeren Arbeiten ihren Sinn, wenn auf ein Literaturverzeichnis verzichtet werden kann. Um nicht die ganze Quellenangabe zu wiederholen, bietet sich die Abkürzung a.a.O. (am angegeben Ort) an. Ab der zweiten und jeder weiteren Angabe desselben Textes vom selben Autor schreibt man nicht mehr die ganze Quellenangabe, sondern verwendet a.a.O.

Der Fußnotentext indirekter Zitate beginnt immer mit der Abkürzung vgl. (vergleiche), da es sich 'nur' um eine sinngemäße Wiedergabe des Inhaltes handelt. Folgen zwei (oder mehr) exakt gleiche Quellenangaben in den Fußnoten unmittelbar aufeinander, so findet die Abkürzung ebd. (ebenda) Verwendung. Es muss sich dabei um dasselbe Werk desselben Autors handeln; verschiedene Seitenzahlen müssen angegeben werden.

Beispiel 5 Kurz- und Vollbelege
"blah blah blah" (Steinke 1996, S. 73) Kurzbeleg im Text (direktes Zitat)
 1 Rifkin, J.: Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft. Frankfurt/Main 1996, S.112 Vollbeleg im Fußnotentext (direktes Zitat)
 2 Rifkin 1996, S.112 Kurzbeleg im Fußnotentext (direktes Zitat)
blah blah blah (vgl. Steinke 1996, S. 73) Kurzbeleg im Text (indirektes Zitat)
 3 vgl. Rifkin, J.: Das Ende der Arbeit und ihre Zukunft. Frankfurt/Main 1996, S.112 Vollbeleg im Fußnotentext (indirektes Zitat)
 4 vgl. Rifkin 1996, S.112 Kurzbeleg im Fußnotentext (indirektes Zitat)

Im Fußnotentext4 können aber auch zusätzliche Angaben stehen, die im Text selbst zu detailliert sind oder störend wirken würden.

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1 Steinke 1996, S. 73
2 Ebd.
3 Ebd.
4 Die '4' ist die Fußnote. Dieser Text ist der Fußnotentext.

 

     

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Holger Matthes © 1998 –