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Grevenbroich.
Die Arbeiten im neuen Braunkohleabbaugebiet Garzweiler II
sind seit ein paar Wochen in vollem Gange. Der größte
Braunkohlebagger der Welt hat seinen neuen Einsatzort erreicht
und fördert Tag für Tag ungeheure Mengen Braunkohle
aus dem Tagebau.
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Mit
einer Höhe von über 100 Metern und einer Gesamtlänge
von fast 230 Metern stellt dieses Abbaugerät alles andere
in den Schatten. Eine der acht Schaufeln ist alleine so groß,
dass ein normaler VW Bus problemlos darin parken könnte.
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Aber
nicht jeder ist mit der Ausweitung des Tagebaus einverstanden.
Bürgerinitiativen aus den benachbarten Gemeinden und
Aktivisten von Greenpeace setzten mit ihrer gestrigen Aktion
ein Zeichen gegen den Tagebau und die Vernichtung von Ortschaften
und unberührter Natur.
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Unbemerkt
vom Sicherheitsdienst der Rheinbraun AG ist es einigen Demonstranten
gelungen, direkt bis zum Bagger vorzustoßen. Erfahrene
Greenpeace Aktivisten haben in schwindelerregender Höhe
die mahnenden Lettern "STOP"
zwischen den Baggerstreben aufgehängt. Auch das an einen
Mercedesstern erinnernde Peace-Zeichen aus alten Anti-Atomkraft-Zeiten
wurde wieder hervorgekramt und am Haken des Hilfskrans ganz
oben am Bagger angebracht.
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Ein
Reporterteam von RTL aus dem nahegelegenen ¡¡¡Kölle!!!
war als erstes vor Ort und interviewte als erstes einen jungen
Mann, der sich an das Hauptfahrwerk des Baggers gekettet hatte.
"Wir wollen mit dieser Aktion ein Zeichen setzen! Der
Raubbau an der Natur muss gestoppt werden. Die Menschen dürfen
nicht ihrer alten Heimat beraubt werden!"
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Robin
und Hood, zwei alte Hasen im Demogeschäft, haben es sogar
bis zum Schaufelrad geschafft. Hood hat seinen Freund Robin
mit einer dicken Kette direkt an eine Schaufel gekettet. Der
Baggerführer hat natürlich sofort den Not-Aus-Schalter
gedrückt.
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Das
Sondereinsatzkommando rückt an. Die Hundertschaft wird
von zwei nagelneuen Wasserwerfern begleitet.
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Schnell
sind die "Krawall-Brüder" entwaffnet und eingekesselt.
Das Kamerateam von RTL hält natürlich voll drauf.
Nicht, dass der Rechtsstaat wieder einmal zu rechtsstaatlich
wird.
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Mittlerweile
hat sich die Demonstration in die historische Innenstadt von
Grevenbroich verlagert. Das Gewaltpotenital ist sprunghaft
gestiegen, Reifen brennen, die Staße ist verbarikadiert.
Molotow-Coctails fliegen und die friedlichen Demonstranten
vom Vormittag sind längst von Krawallmachern abgelöst
worden.
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Jürgen
Freiherr von Grevenbroich, der Begründer des Unternehmens
Rheinbraun wurde bereits von seinem Sockel gestoßen
und demoliert.
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Die
Polizei ist auch hier in der Innenstadt mit schwerem Gerät
präsent und versucht das schlimmste zu vermeiden. Bislang
geht der Sachschaden jedoch schon in die Millionenhöhe.
Für die kommenden Nacht werden weitere, heftigere Ausschreitungen
erwartet.
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Modelle,
Story und Bilder © Holger Matthes 12/2001
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