... a schleiming experience

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[Steve in a schleiming good position]

Hallo Liebe LEGO Leute!

Allmählich ist das Schlafdefizit wieder getilgt und der Alltag hat mich zurück. Dennoch schwirren im Kopf noch immer unglaublich viele Eindrücke ungeordnet herum. Selbst im Schlaf soll ich die letzte Nacht über noch auf Englisch gemurmelt haben.

Auch wenn wir vier (René, Axel, HoMa, Ben) – in erster Linie zum BrickFest geflogen sind, um Spass zu haben – und den hatten wir! – so waren wir natürlich auch Botschafter der Plattformen 1000steine.de und FGLTC.org. Außerdem wollten wir auch Informationen zu "Community-Development" sammeln; also erfahren, wie man solch ein Fest organisiert, finanziert, durchführt. Und auch Ideen für Arbeitsverteilung, Kennenlernspiele, Öffentlichkeitsarbeit etc. aufpicken. Schließlich kamen auch alle möglichen persönlichen Kontakte und der Spaß an – und mit – den Steinen keineswegs zu kurz!


[James and Jake showing a 6-wide traincar]

James Mathis, Todd Lehmann, John Neal, Lenny Hoffmann, Ben Fleskes, Teunis Javier, Ross Crawford, Frank Filz, Dan Parker und Dan Husby will ich hier nur als für mich herausragende Persönlichkeiten nennen, die ich endlich live kennengelernt habe. Ich versuche also am besten mich der Sache chronologisch anzunähern.

Die Idee für einen Besuch des BrickFests kam eigentlich schon kurz nach der LEGOWORLD in Zwolle 2003 auf. Dort waren einige der US-Fans als Gäste erschienen. HoMa war bei seinem Besuch bei KKK in Billund auch auf Steven Barile (Verantwortlicher Veranstalter des BrickFests in Portland) und Christina Hitchcock (Inhaberin der Namensrechte für "BrickFest" - Veranstalterin des Ostküsten BrickFests) getroffen. Somit wurden wir schon dort gefragt, ob wir nicht auch einmal ein US-Fest besuchen wollten. Schon um Ideen für Berlin zu sammeln, stießen dann René und bald danch Axel dazu.

HoMa trieb via Internet sensationell günstige Flugtickets auf, und damit war die Sache schon im November abgemacht. Letzten Dienstag (10.02.2004) in aller Frühe ging es dann ab Frankfurt via Chicago (8,5 Std) nach Portland an die US Westküste (nochmal 4,5 Std Flug). Dank Zeitverschiebung war es erst 14:00 Ortszeit und wir nahmen sofort nach Ankunft im Hotel das Convention Center in Augenschein. Ich kenne überhaupt nichts vergleichbares in Deutschland: groß (nein unglaublich riesig!) und wirklich sehr edel ausgestattet, war dieses Kongresszentrum ein wirklicher Hammer.


[Convention Center model by Jeremy Rear]

Der Teilbereich in dem wir untergebracht waren, hätte regulär ca. 15.000 $ Miete gekostet. Die Veranstalter haben sich diese Räume (fast) kostenlos sichern können, weil einer der LEGO-Fans, Jeremy Rear das Convention-Center aus LEGO Steinen großartig detailliert nachgebaut hat. Dieses Modell wird nun für ein Jahr hinter Glas ausgestellt werden. Im Gegenzug kamen die Fans an die Räume. Schon dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass man eben auch Glück und Beziehungen braucht, um ein LEGO-Fest zu veranstalten. Pudie, Tretty und Axel können das sicher bestätigen.

Dienstag abends wurden wir bei Steven zu Hause zum Essen eingeladen und waren überwältigt, wie freundlich wir von seiner Familie empfangen wurden. Mittwoch galt der Erkundung der Stadt Portland bei Sonnenschein und 15 °C (Portland hat 2 Mio Einwohner, 100 Meilen bis Seattle, daher oft Regenwetter und unglaublich viele Plattenläden). Am Donnerstag Nachmittag begann dann die Aufbauphase des BrickFest. Wir Deutschen rückten frühestmöglich an, stellten unsere Modelle auf, entstaubten sie und begrüßten dann die eintreffenden US-Fans. Der Rest des Donnerstags war geprägt von vielen "Hellos" und absolutem Chaos.... Obwohl es einen Tischplan gab, wurden ständig Tische gerückt, da niemand einen Überblick über die Versionsnummern des Plans hatte. Kaum stellte irgendwer irgendwas wohin, kam der nächste, schob es beiseite um wieder selbst verdrängt zu werden. Irgendwie ging nichts so richtig voran, sondern alles war Baustelle.

Ben Fleskes als Train-Coordinator verspätete sich leider aufgrund eines Unfalls in seiner Familie und vergrößerte somit das Chaos im Eisenbereich noch zum Schlimmeren ... Daher war auch Freitag früh noch ähnlich chaotisch, aber nun waren langsam die meisten Leute da und es ergaben sich erste Inseln fertig hergerichteter Tischflächen. Da das BrickFest auch gar nicht in erster Linie als Ausstellung gemeint ist, sondern eher als Fan-Treffen, drängte die Zeit auch gar nicht. Hier lag das Mißverständnis auf unserer Seite. Der PNLTC (Pazific North West LEGO Train Club) macht mindestens alle 8 Wochen eine Ausstellung für Publikum – daher sind die Leute beim BrickFest wenig am Display der eigenen Modelle interessiert.

Nur der Sonntag war öffentlich für Publikumverkehr (bei 5$ Eintritt). Da war dann auch mittlerweile alles pikfein hergerichtet; Tischverkleidungen inklusive. Die MOCs hatten insgesamt eine sehr sehr hohe Qualität – das war wirklich beeindruckend. Auch die Bandbreite des Ausgestellten war sehr eindrucksvoll: eigentlich jedes Thema war abgedeckt. Der Hauptraum teilte sich dabei grob in Eisenbahn+Stadt, (weniger) Technik+Modelteam, Space+Moonbasemodules, Castle+Piraten ein. Außer dem Hauptraum gab es ein riesiges Foyer, einen großen Versammlungsraum (150 Stühle), zwei Schulungsräume (ca. je 30 Stühle + Multimedia-Technik) und einen größeren Verkaufsraum.

Jeden Abend gab es eine Art Tagesrückblick, Ansagen, Verlosungen von Preisen etc. Hier bestach Steven Barile insbesondere in seiner Eröffnungsrede. Ich wüßte keinen "smarteren" Redner zu nennen, den ich bisher erlebt habe – das soll schon was bedeuten! Steven hat sich aber auch sonst als Beinahe-Übermensch herausgestellt. Ein wahres Organisationstalent, ein begnadeter "Leader", der zu begeistern weiß. Dabei auch noch ein Sportler (siehe seinen einarmigen Handstand!), ein Familienmensch, humorvoll, trinkfest und vor allem immer freundlich und hilfsbereit.


[Ben's presentation]

Ein weiterer wichtiger Teil des BrickFests waren die Präsentationen: hierbei wurde zu verschiedenen Themen in lockeren Vorlesungsveranstaltungen informiert. Von Bionicle über neue Internetseiten bis zu den BBB-Rädern wurde vorgetragen. HoMa berichtete über Fans und Fan-Organisationen in Deutschland. Anschließend noch über seinen Namibia-Urlaub und den Desert-Express. Mein Vortrag galt dem Bauen von ungeradzahligen (7-breiten) Modellen (insgesamt waren alle Plätze belegt – ich staunte!). Hierbei ging es um einige Argumente für und gegen 6-breite, 7-breite, 8-breite Eisenbahnmodelle. Dann einiges zu Bautricks für AZMEP-Techniken, schließlich viele Beispiele ausgeführter Modelle diverser Fans. Da wir Eisenbahner uns bei diesem Thema immer gerne freundlich "kabbeln", und da Fans aller Bauweiten vertreten waren, wurde der Vortag mit so manchem "quatschigen" Einwurf begleitet. Auch hatte man sich inzwischen gegenseitig genügend "beschnuppert" und schon mit so manchem Bier angestoßen. Darum war die Stimmung ausgesprochen locker. Ich habe es selten so genossen, vortragen zu dürfen.


[Afterhour party]

Die ganzen Tage in Portland waren geprägt von ungeheuer freundlichen Fans, vielen Gesprächen, gutem (vor allem (zu) reichhaltigen) Essen, von Gedankenaustausch und -Anregungen für unsere zukünftigen Treffen. Am Sonntag abend wurde dann sehr zielstrebig und schnell abgebaut. Danach gab es eine weitere Party im "Window" – der Hotelkneipe im obersten Stockwerk – sowie danach in diversen Zimmern der Gäste.

Montag früh dann noch ein letztes gemeinsames Frühstück bei McDonalds eingenommen (McGriddle ist 'ne Art Pfannkuchen mit eingebackenem Ahorn-Sirup –- zwischen zwei solche Süßgebäckscheiben packt man dann Rührei und zu einer Burgerscheibe geschredderte Würste – das mußte man einfach einmal probiert haben). Gegen Mittag ging dann – nach einer Woche Aufenthalt – viel zu früh unser Flieger.

Mein Dank gilt allen, die uns so freundlich aufgenommen haben, die uns Essen, Steine, Papiere, T-Shirts spendierten, die uns mitfeiern ließen, die uns ihre Modelle zeigten, die mit ihren Vorträgen die Woche spannend gestalteten, die mithalfen das BrickFest zu dem zu machen, was es für alle von uns war: ein unvergeßliches Ereignis!

Gruß

P.S.: weitere erwähnenswerte Highlights:
  • "Dirty Brickster" = wie unser "Wichteln" zu Weihnachten. Anonymes Geschenketauschen mit Regeln zum gegenseitigen Geschenkklau. Sehr lustig und ideal als Kennenlernspiel.
  • Alle Besucher erhielten: sehr professionell gemachte Veranstalter-T-Shirts, Namensplaketten mit gravierter Schrift, Minifig im BrickFest T-Shirt, aktuelle Kataloge zu Dacta und LEGO-Eisenbahn, Veranstaltungskalender mit allen Terminen der Vorträge etc (farbig gedruckt!), CD mit allen Power-Point-Vorträgen, aus LEGO Elementen gebaute Herzchen zum Valentinstag (das, was Kate dann bei Wendy's verlor).


[Schleim guys]

  • Die "Schleim"-Story ist wohl mittlerweile genügend erwähnt.
  • Derek Schins Mutter war ein weiterer Runninggag des BrickFests, den man aber einfach nicht wiedergeben/erklären kann ...
  • Q+A mit Jake ist im Lugnet protokolliert. Ansonsten waren auch Tormod und Kate dabei.
  • Der LEGO-ISD wurde in neuer Rekordzeit von 01:09:22 gebaut! Außerdem rekordschnell rückgebaut. Kein einziges Teil zerbrach beim Abwurf aus fast 5 Metern Höhe.
  • Wir erfuhren, wieviele Leute in den USA doch die 1000steine kennen und (gelegentlich) lesen (oder nach Bildern durchstöbern). Wir werden nicht ignoriert – man traut sich höchstens nicht so richtig ran, hier selbst zu posten.
  • Das riesige Mosaik (aus 3x8 48er Platten) wurde in einem Bauwettbewerb vor Ort errichtet und soll einem Kinderkrankenhaus als Charityprojekt übergeben werden.
  • Eine riesige USA-Landkarte aus LEGO wurde von den Besuchern mit Steinchen nach jeweiligen Wohnorten markiert.
  • Larry P. machte den witzigen Auktionator in Live-Auktionen.
  • Die ausgelassene Stimmung kann man nicht in Worte fassen: aber kein LEGO-Fest bisher war so locker, unverkrampft und witzig, wie dieses hier.
[Bericht von Ben, 19.02.2004, Bilder von HoMa]

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